Nach Johann Wolfgang von Goethe 
Bairisch von Johannes Reitmeier und Thomas Stammberger

Nach dem Jedermann wagte sich die Festspielgemeinschaft 1991-1993 an Goethes Faust im bäuerlichen Gewand. Die Terassenarchetektur des offenen Geländes wurde mittels weißer Ebenen ergänzt und die Spielbereiche dadurch erweitert. 1993 verfilmte der Bayerische Rundfunk den Kötztinger Faust.

2007/08 wurde die Inszenierung nochmal auf dem Ludwigsberg gezeigt.

Prolog im Himmel. Mephistopheles wettet mit Gott, den Gelehrten Faust auf seine Wege herabziehen zu können.

Der Tragödie Erster Teil. Der von seinen Studien unbefriedigte Faust wendet sich der Magie zu. Er ist enttäuscht vom trockenen Realismus der Wissenschaften, wie er von seinem Famulus Wagner verkörpert wird. Faust sucht nach Reflexionen über die vergebenen Chancen seines Lebens den Freitod durch Gift, wird aber durch das Ertönen der Osterglocken davon abgehalten.

Mephistopheles sucht Faust im Studierzimmer auf und schlägt ihm einen Pakt vor: Zu Lebzeiten Fausts will er dessen Diener sein, im Jenseits solle sich das Ganze umkehren. Faust verheißt das die Möglichkeit, seinen Wissensdurst stillen zu können, er willigt ein. Während Faust sich für die Reise bereit macht, verführt Mephistopheles in dessen Kleidern einen braven Studenten zum gottlosen Leben.

Der erste Ort, an den Faust geführt wird, ist die Gaststätte ‚Auerbachs Keller’, wo er jedoch vom Singen und Trinken nur abgestoßen wird. In der Hexenküche erreicht Mephistopheles Fausts Verjüngung mittels eines Tranks. 
Die Vision Helenas im Hexenkessel wird im unschuldigen, jungen Gretchen Wirklichkeit. Faust wird zunächst von ihr abgewiesen. 
Mephistopheles vermittelt jedoch über Frau Marthe Schwerdtlein, ihre Nachbarin, ein Treffen mit Faust. Im Garten der Frau Marthe vollzieht sich eine erste Begegnung, die sich rasch zu engerer Vertrautheit entwickelt. Gretchens böse Ahnungen, die auch durch Fausts Antwort auf die Gretchenfrage („Wia hast’as mit der Religion?“) nicht beseitigt werden können, begleiten ihre erwachende Liebe zu Faust, der sich vergeblich von Mephistopheles zu lösen versucht hat.

Auf dem Heimweg erfährt Gretchen über eine Freundin von einer gemeinsamen Bekannten, die von einem Mann geschwängert und sitzen gelassen worden ist. Das ebenfalls bereits schwangere Gretchen betet vergeblich, als sie von Gewissensbissen geplagt wird. Ihre Mutter stirbt an dem Schlafmittel, das Faust mit Mephistopheles’ Beihilfe vermittelt hat. Ihr Bruder Valentin fällt in der Nacht im Zweikampf mit Faust. In der Totenmesse erleidet Gretchen einen Ohnmachtsanfall.

Während Faust inzwischen von Mephistopheles zur Ablenkung zur Walpurgisnacht geführt wird, ertränkt Gretchen in Verzweiflung ihr Kind. Im Kerker findet Faust sie halb wahnsinnig und sie weigert sich, mit ihm zu fliehen. Am Ende findet Gretchen Erlösung, doch Mephisto reißt Faust mit sich.