Die neue Produktion der Festspielgemeinschaft Kötzting führt die Zuschauer hinein in das abenteuerliche Räuberleben des Schinderhannes und seiner Bande. Tolldreist prellt er reiche Bauern und Kaufleute und narrt die Gendarmen, die ihn vergeblich zu ergreifen suchen. Die einfachen Leute hingegen unterstützen ihn und seine Geliebte Julchen hält ihm die Treue. Aber die Schlinge um seinen Hals zieht sich unerbittlich zu.

Turbulent und voll derber Komik, bisweilen ernst und anrührend, verspricht das neue Stück der Festspielgemeinschaft erneut einen spannenden und abwechslungsreichen Theaterabend.

Das historische Vorbild
In den Jahren 1794 bis 1799 trieb im Hunsrück eine legendäre Räuberbande ihr Unwesen. Ihr Anführer war Johann Bückler, der unter dem Namen „Schinderhannes“ berühmt wurde. Es dauerte lange, ehe der gerissene Räuber erwischt wurde. Im Jahre 1803 endete er unter der Guillotine.

Sein abenteuerliches Leben und seine verwegenen Taten wurden populär: Lieder, Moritaten, Bilder und Gedichte machten dieses Räuberschicksal in ganz Deutschland bekannt.

Der Klassiker auf Bairisch
Der 1896 in Nackenheim/Rheinhessen geborene und 1977 verstorbene Dichter Carl Zuckmayer nahm sich des Stoffes an und schrieb ein Schauspiel „Schinderhannes“, das 1927 mit großem Erfolg uraufgeführt wurde und seinen Ruhm mitbegründete. Das Stück, das überwiegend im rheinhessischen Dialekt verfasst ist, wurde an vielen Bühnen gespielt und mehrfach verfilmt.

Johannes Reitmeier, Intendant des Tiroler Landestheaters Innsbruck und langjähriger Autor und Regisseur der Waldfestspiele, und Barbara Kerscher, Dramaturgin und langjähriges Mitglied der Festspielgemeinschaft Kötzting, haben den Text in den bairischen Dialekt übertragen und das Stück für die Waldfestspiele in Bad Kötzting eingerichtet.