Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes
nach Hugo von Hofmannsthal

von Oskar Weber
bearbeitet von Johannes Reitmeier

Schon zum dritten Mal stellte die Festspielgemeinschaft das Leben und Sterben des reichen Jedermanns auf die Bühne.
Die aller erste Produktion der Waldfestspiele auf dem Ludwigsberg 1988/89 war noch sehr puristisch und bäuerlich inszeniert. Ihr Erfolg legte den Grundstein für die folgenden Jahre.
Der jubiläums Jedermann 1998/99 wurde in barockem Gewand vor einem feudalm Herrenhaus gespielt, dieses mal mit ansprechender Musik untermalt. 
2011 war das Stück kurzfristig, dieses mal in modernem Gewand aber mit bewerter musikalischer Untermalung wieder auf dem Programm.

Inhalt:
Ein weltlicher Prolog, Lehre und Charakter des geistlichen Dramas deutend, eröffnet das Spiel vom Sterben des reichen Mannes. Ihm folgt das mystische Vorspiel: Gott der Herr entsendet, des sündhaften Lebenswandels der Menschheit überdrüssig, den Tod als strafenden Boten zu Jedermann.

Die Haupthandlung führt Jedermann in Gesellschaft seiner berechnenden Vettern und des zynischen Gesellen als egozentrischen Kapitalisten vor. Ein genusssüchtiger Verschwender, seinem Gewissen nur selten verpflichtet, gibt Jedermann sich dem Rausch von Macht und Reichtum hin, ohne den Hilferufen seines verarmten Nachbarn und des Schuldners Bedeutung beizumessen.

Den eindringlichen Appell der Mutter, endlich an sein Seelenheil zu denken, quittiert der Sorglose mit Ausflüchten. Die mahnenden Anzeichen einer himmlischen Gerechtigkeit gehen schnell im Lärmen einer ausgelassenen Festgesellschaft unter.

Jedermanns Buhlschaft trifft mit ihren Freunden zum Mahl mit Musik und Tanz ein. Der Hausherr empfängt die Gäste in ungewohnt depressiver Stimmung, die sich im Verlauf der Feier zu geistiger Verwirrung steigert. Auf dem Höhepunkt des Festes bricht das Gericht Gottes über ihn herein: Der Tod erscheint und fordert Jedermann auf, Rechenschaft abzulegen. Die Tafelrunde flieht entsetzt, die Geliebte, der Freund und die feigen Verwandten überlassen den Todgeweihten seinem Schicksal. Auch der grobe Mammon, Sinnbild des Reichtums, verweigert seinem Herrn das Geleit in die Ewigkeit.

Da treten die allegorischen Figuren Glaube und Werke in Erscheinung und bekehren Jedermann zu gottesfürchtiger Umkehr und Buße. Vergeblich sucht der Teufel, seinen Anspruch auf die arme Seele geltend zu machen. Geläutert tritt Jedermann vor den Allmächtigen.